Dosisanpassung bei Niereninsuffizienz
Piperacillin
 
Q0 * 0.3 Die Angaben beziehen sich auf gleichzeitige Gabe von Piperacillin und Tazobactam.
HWZ ** 1 h In der Literatur werden Werte zwischen 0.5 und 1.5 h aufgeführt. Angegeben ist eine mittlere HWZ.
Aktiver Metabolit Desethyl-Metabolit
Unerwünschte Arzneimittelwirkung Nach Gabe von Piperacillin und Tazobactam können gelegentlich Erhöhung der Serumkreatinin-Werte, selten interstitielle Nephritis und Nierenversagen und sehr selten Erhöhung des Harnstoffwertes auftreten.
* Q0 = Extrarenal ausgeschiedener bioverfügbarer Dosisanteil bei normaler Nierenfunktion
** HWZ = Dominante Eliminationshalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion
 
Aktuelle Nierenfunktion
Bitte Alter, Körpergewicht, Geschlecht und Serumkreatinin Ihres Patienten eingeben:
Kreatinin-
Schätz-
clearance
  (150 - Alter Jahre) × Gewicht kg × k  
  =  
  =   ml/min
  Serumkreatinin  
 
k = Geschlechtskonstante
Die Schätzgleichung darf nicht angewendet werden:
  • Bei instabiler Nierenfunktion (Kreatinin nicht im Steady State)
  • Bei Dialyse-Patienten (Unterschätzung der Arzneimittel-Elimination)
 
Individuelle Piperacillin-Elimination
Der Berechnung liegt eine Kreatinin-Schätzclearance von ml/min zugrunde.
Die geschätzte Ausscheidungskapazität Ihres Patienten beträgt % der Ausscheidungskapazität eines Nierengesunden.
Damit beträgt die geschätzte Eliminations-Halbwertszeit etwa   h.
 
Dosisoptimierung
1) Erniedrigung der Erhaltungsdosis auf % der Dosis eines Nierengesunden (Dosierungsintervall unverändert) oder
2) Verlängerung des Dosierungsintervalls um den Faktor (Erhaltungsdosis unverändert) oder
3) Kombination von 1) und 2), damit Therapieschema praktikabel ist.
 
Referenzen
  1. Derendorf H, Dalla Costa T. Pharmacokinetics of piperacillin, tazobactam and its metabolite in renal impairment. Int J Clin Pharmacol Ther 1996;34:482-8.
  2. Dettli L. Pharmakokinetische Daten für die Dosisanpassung. In: Grundlagen der Arzneimitteltherapie. Herausgegeben durch die Sektion Klinische Pharmakologie der Schweizerischen Gesellschaft für Pharmakologie und Toxikologie. 14. Auflage. Basel: Documed; 1996. p. 13-21.
  3. Johnson CA, Halstenson CE, Kelloway JS, Shapiro BE, Zimmerman SW, Tonelli A, Faulkner R, Dutta A, Haynes J, Greene DS, et al. Single-dose pharmacokinetics of piperacillin and tazobactam in patients with renal disease. Clin Pharmacol Ther 1992;51:32-41.
  4. PIPERACILLIN. Stand der Information: 3/2003. [monograph on CD-ROM]. Klasco RK, editor. DRUGDEX® System. MICROMEDEX Inc. Greenwood Village, Colorado.
  5. Taeschner W, Vozeh S. Pharmacokinetic drug data. In: Speight TM, Holford NHG, editors. Avery´s Drug Treatment. 4th ed. adis International; 1997. Appendix A: p. 1629-64.
  6. Tazobac 2 g/0,5 g. Stand der Information: 9/2002. In: FachInfo-Service, Fachinformationsverzeichnis Deutschland. BPI Service GmbH, Herausgeber.
 
Die obigen Angaben zu Piperacillin sind der angegebenen Literatur entnommen. Zusätzlich wird empfohlen, die Arzneimittel-Fachinformation zu konsultieren. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir keine Anfragen zu Patientenfällen beantworten können. Gerne nehmen wir jedoch Anregungen zu Dosing.de per E-Mail entgegen..
 
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Letzte Aktualisierung: 23-Dez-2003